Wenn Menschen den Begriff “Aluminium in Lebensmittelqualität” hören, gehen sie oft davon aus, dass es sich dabei um eine spezielle Metallart handelt. In Wirklichkeit ist es jedoch nicht ganz so einfach. Es gibt keine einzige Aluminiumlegierung, die offiziell als “Aluminium in Lebensmittelqualität” bezeichnet wird. Stattdessen beschreibt der Begriff Aluminiumwerkstoffe, die für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt geeignet sind, sofern sie mit geeigneten Beschichtungen, Herstellungsverfahren und unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften eingesetzt werden.
Bei Kaffeekapseln spielt dies eine größere Rolle, als vielen Menschen bewusst ist. Jede Kapsel kommt während der Befüllung, Lagerung, des Transports und der Zubereitung in engen Kontakt mit geröstetem Kaffee. Bei der Wahl des richtigen Materials geht es nicht nur darum, gesetzliche Vorschriften einzuhalten – sie wirkt sich auch auf die Konsistenz der Fertigung, die Produktqualität und das langfristige Vertrauen in die Marke aus.
Bei lebensmitteltauglichem Aluminium geht es um das gesamte Verpackungssystem
Eines der größten Missverständnisse ist, dass es bei lebensmitteltauglichem Aluminium ausschließlich auf die Legierung ankommt.
In der Praxis bewerten die Hersteller das gesamte Verpackungssystem. Das Aluminium selbst ist zwar wichtig, aber ebenso wichtig sind die Beschichtung für den Lebensmittelkontakt, die Druckfarben, der Formungsprozess und die Qualitätskontrollverfahren. Eine Kapsel gilt erst dann als für Lebensmittelverpackungen geeignet, wenn all diese Elemente zusammenwirken und den geltenden Vorschriften entsprechen.
Bei Kaffeekapseln aus Aluminium ist die Aluminiumlegierung 8011 eines der am häufigsten verwendeten Materialien, da sie beim Tiefziehen eine hervorragende Formbarkeit bietet und gleichzeitig die für die kommerzielle Produktion erforderliche Festigkeit aufweist. Die Verwendung von 8011-Aluminium allein macht eine Kapsel jedoch nicht automatisch “lebensmitteltauglich”. Das Endprodukt muss zudem die Anforderungen für den Kontakt mit Lebensmitteln im Zielmarkt erfüllen.
Es gibt Vorschriften zum Schutz der Verbraucher
Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, unterliegen in den meisten Ländern gesetzlichen Vorschriften, da die Verpackung die darin enthaltenen Lebensmittel nicht beeinträchtigen darf.
In der Europäischen Union werden Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, durch die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 geregelt. Die Verordnung legt fest, dass Materialien, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, ihre Bestandteile nicht in Mengen an Lebensmittel abgeben dürfen, die die menschliche Gesundheit gefährden oder unzulässige Veränderungen der Zusammensetzung oder des Geschmacks der Lebensmittel bewirken könnten.
In den Vereinigten Staaten unterliegen Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, den Vorschriften der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA). Je nach Verwendungszweck müssen Hersteller möglicherweise auch sicherstellen, dass Beschichtungen und andere Materialien den einschlägigen FDA-Anforderungen entsprechen.
Für Kaffeemarken, die international exportieren, trägt ein frühzeitiges Verständnis dieser Vorschriften dazu bei, Verzögerungen bei Kundenprüfungen, der Produktregistrierung und der Zollabfertigung zu vermeiden.
Kaffeekapseln erfordern mehr als nur unbedenkliche Materialien
Kaffeekapseln sind Bedingungen ausgesetzt, denen viele andere Lebensmittelverpackungen nicht ausgesetzt sind.
Während des Brühvorgangs arbeiten Espressokapsel-Systeme unter hohen Temperaturen und hohem Druck. So verwenden beispielsweise viele Maschinen der Serie Nespresso® Original Pumpensysteme mit einer Nennleistung von bis zu 19 bar. Obwohl der tatsächliche Extraktionsdruck im Kaffeebett geringer ist, muss die Kapsel selbst während des gesamten Brühvorgangs ihre strukturelle Integrität bewahren.
Aus diesem Grund legen die Hersteller nicht nur großen Wert auf Lebensmittelsicherheit, sondern auch auf Maßgenauigkeit, Wandstärke, Beschichtungsqualität und Dichtungsqualität. Jede Phase der Produktion trägt zum endgültigen Brauerlebnis bei.
Warum Kaffeemarken mehr Fragen stellen sollten
Für Kaffeemarken sollte sich die Entscheidung für lebensmitteltaugliches Aluminium nicht darauf beschränken, zu fragen, ob ein Lieferant über ein Zertifikat verfügt.
Stattdessen lohnt es sich, den gesamten Herstellungsprozess zu verstehen. Welche Aluminiumlegierung wird verwendet? Welche Art von Beschichtung wird im Inneren der Kapsel aufgebracht? Wie wird die Produktionsqualität kontrolliert? Kann der Hersteller Unterlagen zur Einhaltung der Vorschriften für den Kontakt mit Lebensmitteln vorlegen?
Erfahrene Lieferanten sollten in der Lage sein, diese Fragen klar zu beantworten und zu erläutern, wie Material, Produktion und Qualitätskontrolle zusammenwirken.
Ein Zertifikat ist zwar wichtig, doch erst ein stabiles Fertigungssystem trägt dazu bei, langfristig eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.
Die Einhaltung der Vorschriften für den Kontakt mit Lebensmitteln ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel.
Da die Erwartungen der Verbraucher stetig steigen, legen Kaffeemarken immer mehr Wert auf die Qualität der Verpackungen, die Konsistenz der Herstellung und die Zuverlässigkeit der Lieferanten. Aluminium in Lebensmittelqualität ist ein wichtiger Bestandteil dieser Gleichung und trägt dazu bei, Kaffeekapseln herzustellen, die sicher und zuverlässig sind und sich für die langfristige kommerzielle Produktion eignen.
Sowohl für Hersteller als auch für Einkäufer führt das Verständnis dessen, was “lebensmitteltauglich” wirklich bedeutet, zu besseren Beschaffungsentscheidungen und hochwertigeren Produkten.
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